Currywurst - die Erfindung

Das Steak des kleinen Mannes

Berlin war nach Ende des Krieges in Besatzungszonen aufgeteilt. Der Lifestyle der Amerikaner faszinierte die Berliner. Deren "Steak mit Ketchup" brachte Herta Heuwer auf eine Idee: Sie ersetzten das Steak durch eine Berliner Dampfwurst. Anstelle des Ami-Ketchups mischte sie Tomatenmark, Curry, Chili und weitere Zutaten zu einer Tunke. Das "Steak des kleinen Mannes" kam super an. Ihren Imbiss nannte Herta Heuwer dann auch: "1. Currywurst Braterei der Welt".

Herta Heuwer mit der Patenturkunde Ende der 1990iger, Bild: Archiv Böhme

Der Beweis im Patentamt

So beschrieb Herta Heuwer den Tag der Erfindung: "Es war in einer regnerischen Herbstnacht des Jahres 1949, am 4. September. Es goss kleene Kinderköppe, keen Mensch war an meiner Bude. Aus Langeweile rührte ich Gewürze mit Tomatenmark zusammen. Und es schmeckte herrlich." Sie meldete ihre Soße 1958 unter dem Namen Chillup (aus Chili und Ketchup) als Marke im Patentamt an. Die Eintragung erfolgte am 21.1.1959.

Eintragung der Soße "Chillup" als Warenzeichen, Warenzeichenblatt vom 21/2 1959 DPMA Jena

Berliner Currywurst Soße - Zutaten

Original Currywurst Soße aus Berlin enthält zum Beispiel: Tomatenmark, Wasser, Currypulver, Paprika edelsüß, Paprika rosenscharf, Worcestershire Soße, Zucker, Salz optionalChilipulver und Fruchtzusätze. Ihr Currywurst-Rezept zum Selbermachen: 500 g Tomatenmark, 80 g Pflaumenmus, Curry, Paprika, Salz, Pfeffer, Worcestershire Soße nach Geschmack.

Ohne Pelle ist sie das Original

Die echte Berliner Currywurst ist eine Currywurst ohne Pelle (Darm). Sie wird als Berliner Bratwurst bezeichnet. Berliner Currywurst besteht aus hellem Brät (Fleisch-/ Fettmasse) und zählt zur Familie der Brühwürste. Zur Herstellung der Currywurst ohne Darm wird ein spezielles Verfahren verwendet. Die alternative Currywurst mit Pelle, ist eine Dampfwurst oder Bockwurst. Gebraten wird Currywurst in Berlin traditionell im Fett- bzw. Ölbad (siehe unten).

Die Erfindung der Berliner Currywurst

Max Brückner aus Johanngeorgenstadt/ Sachsen experimentierte seit 1947 an einer Wurst ohne Darm. Naturdarm war damals knapp. Zur Wurstherstellung wird das Brät in einen Darm gepresst und steift dort aus. Mit einer neuen Methode konnte Brückner die Wurst erstmals ohne Darm herstellen. Anfang der 1950iger Jahre kam er nach Westberlin und perfektionierte seine Methode. Erster Kunde der neuen Wurst war Familie Jankowitz aus Spandau. Deswegen bekam sie den Spitznamen "Spandauer ohne Pelle". Erst später setzte sich der Name Currywurst durch.

Berliner Currywurst - Zutaten und Herstellung

Mindestens 60% Fleisch (Schwein/ Rind), 30% Fett, Wasser sowie Salz und Gewürze. Die Zusammensetzung variiert je nach Hersteller. Zur Herstellung der Currywurst wird das breiförmige Brät über einen langen Schlauch in ein warmes Wasserbad geleitet. Dort steift das im Brät enthaltene Eiweiß aus. Anschließend werden die Wurstschlangen auf Länge geschnitten.

Berliner Currywurst - Rezept

Die Zubereitung der Currywurst erfolgt in einer Bratpfanne. Dazu reichlich Öl oder Fett verwenden. Currywurst muss im Öl/ Fett schwimmen! Die Brattemperatur sollte bei 150°-160 °C liegen. Braten Sie bis sich eine geschlossene, nussbraune Hülle bildet. Zum Servieren sollte die Soße Zimmertemperatur haben.

TIPP: Soße neben die Wurst und nicht darüber geben. So bleibt sie kross.

TIPP: Currywurst mit Pelle anritzen. So platzt Sie nicht auf.

Tradionelle Beilagen sind Stangenschrippe, geschmorte Zwiebelringe oder rohe Zwiebelwürfel scharf angemacht.